In den letzten Jahren wurde heftig darüber diskutiert, ob unilaterale Übungen (ein Bein/Arm) oder bilaterale Übungen (beide Arme/Beine gleichzeitig) besser für Muskelwachstum und Kraft sind. Besonders in Social Media hört man häufig, dass einbeinige Übungen „funktioneller“ seien oder sogar zu mehr Hypertrophie führen sollen.
Doch stimmt das wirklich?
Eine neue systematische Review mit Meta-Analyse (Sports Medicine, 2025) hat diese Frage untersucht – und liefert erstmals eine saubere, wissenschaftlich robuste Antwort.
Die Studienstruktur auf einen Blick
Population:
Gesunde Erwachsene, sowohl trainiert als auch untrainiert, ohne Krankheiten oder Verletzungen.
Intervention:
Unilaterales Krafttraining (einseitige Übungen wie Split Squat, einbeinige Beinpresse, einarmiger Bizepscurls).
Kontrolle:
Bilaterales Krafttraining (beidseitige Übungen wie Kniebeuge, beidbeinige Beinpresse, bilateraler Bizepscurl).
Ergebnisse:
Dauer: mind. 3 Wochen, tatsächlich meist 4–12 Wochen (eine Studie 26 Wochen).
Was hat die Meta-Analyse untersucht?
Insgesamt wurden
Darunter waren Sportler, untrainierte Personen, Frauen, Männer, Unter- und Oberkörperübungen.
Muskelwachstum: Kein Unterschied!
Die Meta-Analyse zeigt ganz klar:
Unilaterales und bilaterales Training führen zu praktisch identischem Muskelwachstum.
Das bedeutet:
Für Hypertrophie ist die Übungsauswahl (einseitig vs. beidseitig) NICHT entscheidend.
Warum?
Bilaterale Übungen steigern die bilaterale Kraft stärker
Das heißt z.B.:
Erklärung:
→ Spezifität: Man wird besser in dem, was man trainiert.
Unilaterale Übungen steigern die einbeinige/einarmige Kraft stärker
Beispiele:
Auch hier: Spezifität dominiert.
Was bedeutet das für die Praxis?
Die Studie beantwortet eine wichtige Frage:
Es gibt keinen hypertrophischen Vorteil für unilateral oder bilateral, dafür aber kraftspezifische Unterschiede.
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