Körperliche Fitness im Kindesalter bei Frühgeburten

Einleitung: Frühgeburtlichkeiten werden mit beeinträchtigter körperlicher Fitness im späteren Leben in Verbindung gebracht. Doch inwieweit diese Auswirkungen bereits im frühen Kindesalter sichtbar sind, bleibt unklar. Diese Studie zielt darauf ab, die körperliche Fitness von frühgeborenen Vorschulkindern im Vergleich zu Kindern, die termingemäß geboren wurden, zu untersuchen.

Methodik: Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die frühgeboren wurden (<35 Wochen), wurden aus einer Neonatalen Intensivstation rekrutiert, während termingeborene Kinder (>37 Wochen) als Kontrollgruppe dienten. Verschiedene Indikatoren für körperliche Fitness, einschließlich Kraft, kardiorespiratorischer Fitness, Beweglichkeit, Flexibilität und Gleichgewicht, wurden mithilfe der PREFIT-Batterie und des angepassten Sitz-Strecktests bewertet. Die Aktivitätsniveaus wurden durch den PrePAQ-Fragebogen gemessen.

Ergebnisse: Die Analyse umfasste 98 frühgeborene Kinder (durchschnittliches Gestationsalter 32,4 ± 2,3 Wochen, Alter 5,1 ± 0,8 Jahre) und 74 Kontrollen (durchschnittliches Gestationsalter 39,9 ± 1,0 Wochen, Alter 4,8 ± 0,9 Jahre). Trotz fehlender signifikanter Unterschiede in den Aktivitätsniveaus (p > 0,05) zeigten frühgeborene Kinder insgesamt eine schlechtere körperliche Fitness im Vergleich zu den Kontrollen.

Spezifische Befunde:

  • Frühgeborene Kinder zeigten eine beeinträchtigte Handgriffkraft (-13,95%, p < 0,001).
  • Die Kraft der unteren Extremitäten war bei frühgeborenen Kindern im Vergleich zu Kontrollen um -12,67% reduziert (p = 0,003).
  • Die Beweglichkeit war bei frühgeborenen Kindern um -14,9% beeinträchtigt (p = 0,001).
  • Die kardiorespiratorische Fitness war um -12,73% bei frühgeborenen Kindern im Vergleich zu Kontrollen reduziert (p = 0,005).
  • Die Flexibilität war bei frühgeborenen Kindern um -17,04% im Vergleich zu Kontrollen verringert (p = 0,001).

Dosis-Wirkungs-Beziehung: Es wurde eine umgekehrte Dosis-Wirkungs-Beziehung beobachtet, die darauf hinweist, dass der Grad der Frühgeburtlichkeit mit niedrigeren Fitnessniveaus korrelierte. Sehr frühgeborene Kinder (≤32 Wochen Gestationsalter) zeigten die schlechtesten Fitnessergebnisse.

Fazit: Zusammenfassend scheint Frühgeburtlichkeit die körperliche Fitness im frühen Kindesalter zu beeinträchtigen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit präventiver Strategien. Die Überwachung der Fitness und gezielte Übungseingriffe können entscheidend sein, um die optimale körperliche Entwicklung frühgeborener Kinder von klein auf zu fördern.

Implikationen: Diese Ergebnisse sprechen dafür, präventive Maßnahmen frühzeitig einzuführen, wie regelmäßige Fitnessüberwachung und gezielte Übungseingriffe, um den einzigartigen Herausforderungen frühgeborener Kinder während ihrer formenden Jahre gerecht zu werden.

Originalstudie