Palm Cooling in Sport und Reha: Kühle Handflächen für mehr Leistung

Die Theorie des sog. „Palm Coolings“, ist ein relativ neues Forschungsfeld im Bereich der Sport- und Trainingswissenschaft. Sie basiert auf der Idee, dass das Kühlen der Handflächen die sportliche Leistungsfähigkeit verbessern kann, indem die Kernkörpertemperatur gesenkt und die Ermüdung aufgrund von Hitze verzögert wird. Genauer geht die Theorie darauf ein, dass die Handflächen über eine hohe Dichte von Blutgefäßen verfügen und so in der Lage sind, Wärme effizient abzuleiten. Durch das Kühlen der Handflächen wird angenommen, dass das durch die Hände zirkulierende Blut dazu beitragen kann, die Wärme effektiver aus dem Körper zu entfernen, was den Zeitpunkt verzögern könnte, an dem die Kernkörpertemperatur eines Athleten auf ein Niveau ansteigt, das die Leistung beeinträchtigt.

In einer kürzlich erschienenen Studie (2023) untersuchten die Forscher, ob das Kühlen der Handflächen die Leistung von 11 trainierten Männern beim Bankdrücken steigern kann. Die Forscher haben drei verschiedene Bedingungen verglichen: Zum einen die Kühlung der Handflächen auf 10 Grad Celsius (TEN), zum anderen auf 15 Grad Celsius (FTN) und schließlich eine normale Temperatur von 28 Grad Celsius (CON) als Kontrollgruppe. Die Gruppen waren dabei bezogen auf die jeweilige Intervention randomisiert und verblindet.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass es keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Leistung und das Trainingsvolumen zwischen den verschiedenen Bedingungen gab. Weder die Geschwindigkeit, mit der die Übungen beim Bankdrücken ausgeführt wurden, noch die Kraft, die die Teilnehmer aufbrachten, waren durch das Kühlen der Handflächen beeinflusst.

Auch die physiologischen Reaktionen der Teilnehmer, wie beispielsweise der Anstieg des Laktatspiegels im Blut, die Herzfrequenz und das empfundene Anstrengungsniveau, zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Bedingungen. Dies bedeutet, dass das Kühlen der Handflächen weder die körperlichen Reaktionen während des Trainings noch die Leistung im Bankdrücken verbesserte.

Zusammenfassend ergab die Studie, dass das Kühlen der Handflächen keine nennenswerten Vorteile für die Leistung oder die Reduzierung von Ermüdung während des Widerstandstrainings bietet. Daher wird die Verwendung von Handflächenkühlung derzeit nicht als eine empfohlene Strategie zur Steigerung der Leistung beim Bankdrücken angesehen.

Es muss jedoch angemerkt werden, dass es noch wenig Forschung zu dieser speziellen Methode gibt und deshalb aus einer Studie nur wenig Schlüsse gezogen werden können. Die Ergebnisse sind eher schwach, aber die Methode sollte keinesfalls pauschal als „unwirksam“ abgestempelt werden.