Nicht-lokale Dehneffekte

Viele Studien zeigen, dass sowohl eine einmalige als auch eine regelmäßige Dehnungspraxis die Beweglichkeit der Gelenke verbessern kann. Überraschenderweise zeigen Studien, dass sogar Muskeln, die nicht direkt gedehnt wurden, nach einer akuten Sitzung eine erhöhte Bewegungsreichweite aufweisen können (sog. globale Dehn-Effekte). Die Langzeiteffekte solcher Dehnübungen auf mögliche globalen Effekte waren jedoch bislang ein unerforschtes Gebiet. Eine neue Studie wirft nun Licht auf die Langzeitwirkungen des statischen Dehnens (SS) und deren Einfluss auf nicht direkt gedehnte Muskelgruppen.

In dieser Untersuchung wurden 33 gesunde, sportlich aktive Teilnehmer – 20 Männer und 13 Frauen – entweder einer Dehngruppe oder einer Kontrollgruppe zugeordnet. Die Dehngruppe absolvierte über sieben Wochen ein Dehnprogramm für die Brustmuskeln, das drei Mal wöchentlich durchgeführt wurde. Jede Sitzung umfasste drei Übungen, die jeweils fünf Minuten dauerten (gesamte Dehnungszeit: 15min). Vor und nach der Interventionsperiode wurde die Bewegungsreichweite der Dorsalflexion des Sprunggelenks mit einem Dynamometer gemessen.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Es gab keine signifikanten Veränderungen in der Bewegungsreichweite der Dorsalflexion des Sprunggelenks, weder in der Interventions- noch in der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass im Gegensatz zu den akuten Effekten des Dehnens, eine langfristige Dehnpraxis der Brustmuskeln keine globalen Effekte auf die Bewegungsreichweite nicht gedehnter Muskeln, wie die des Sprunggelenks, hat.

In Anbetracht dieser Erkenntnisse sollten sich Personen, die ihre Flexibilität langfristig verbessern möchten, auf direkte Dehnübungen für die spezifischen Muskeln konzentrieren, die sie entwickeln möchten.