Kreatin: Eine potenzielle Unterstützung gegen Demenz?

Kreatin ist weithin bekannt als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler, um die körperliche Leistung zu steigern. Neuere Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass es auch eine Rolle bei der Unterstützung der kognitiven Gesundheit spielen könnte – insbesondere im Kampf gegen Demenz. Zwei aktuelle Studien beleuchten die möglichen Vorteile.

Kreatin und die kognitive Leistungsfähigkeit

Eine systematische Übersichtsarbeit von Avgerinos et al. (2018) untersuchte randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu den Auswirkungen von Kreatin auf die kognitive Funktion. Diese Arbeit zeigte, dass Kreatin möglicherweise die kurzfristige Gedächtnisleistung sowie die Intelligenz und das logische Denken verbessern kann. Besonders ältere oder gestresste Personen könnten von einer zusätzlichen Energieversorgung durch Kreatin profitieren, da mit dem Alter der Energiebedarf des Gehirns bei kognitiven Aufgaben steigt. Während die Ergebnisse in einigen Bereichen, wie der Aufmerksamkeit, widersprüchlich blieben, deutet die Sicherheit und Verträglichkeit von Kreatin darauf hin, dass weitere Forschung gerechtfertigt ist – insbesondere in der Behandlung von Demenz oder kognitiven Beeinträchtigungen​.

Neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit

Die bisher größte RCT zu Kreatin und kognitiver Leistung von Sandkühler et al. (2023) untersuchte 123 Teilnehmer, die über sechs Wochen täglich fünf Gramm Kreatin einnahmen. Die Studie fand, dass Kreatin zwar keine signifikanten Verbesserungen in allen getesteten kognitiven Aufgaben bewirkte, aber eine kleine positive Wirkung auf das Arbeitsgedächtnis hatte. Interessanterweise war die Verbesserung unabhängig von der Ernährungsweise der Teilnehmer (vegetarisch oder omnivor). Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Kreatin die Energieversorgung im Gehirn optimieren könnte – eine vielversprechende Eigenschaft im Hinblick auf altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen​.

Warum Kreatin für die Demenzforschung wichtig ist

Kreatin spielt eine Schlüsselrolle in der zellulären Energieversorgung. Es hilft dem Gehirn, ATP, die primäre Energiequelle, schneller zu regenerieren. Avgerinos et al. (2018) heben hervor, dass Kreatin bei genetischen Störungen, die zu geistiger Behinderung führen, positive Wirkungen gezeigt hat. Diese Daten legen nahe, dass Kreatin auch für die Prävention oder Behandlung von Demenz getestet werden sollte​​.

Fazit

Während Kreatin in der Sportwelt gut etabliert ist, zeigt die aktuelle Forschung, dass es auch ein potenzielles Mittel zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit sein könnte. Die Sicherheit und breite Verfügbarkeit von Kreatin machen es zu einem vielversprechenden Kandidaten für weitere Studien, insbesondere im Hinblick auf Demenzerkrankungen. Es bleibt abzuwarten, ob zukünftige, größere Studien diese vielversprechenden Ergebnisse weiter untermauern können.